Hohlwege

Zeugnisse einer historischen Nutzung am Hohlweg

Hohlwege sind in historischer Zeit entstandene Landschaftselemente. Sie sind entstanden, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • geeignete topografische Gegebenheiten durch ausreichende Reliefenergie
  • geologischer Untergrund aus leicht erodierbaren Deckschichten
  • Gefügestörungen durch mechanische Beanspruchung
  • Erosion durch Wasser, Klima, Pflanzen, Tiere und menschliche Eingriffe

Die Gefügestörungen entstanden vor allem durch die Fuhrwerke und durch den Einsatz von Radschuhen, die als Bremse wirkten. Im 18. Jahrhundert treten metallbeschlagene Radreifen auf, wodurch die Auflast auf eine sehr kleine Fläche verteilt wurde. Pro Jahr kann eine Eintiefung von rund 20 cm erfolgen.

Lösshohlweg mit Feldgehölzen östlich von Nettesheim - Butzheim (Tranchot/Müffling)

Hohlwege zählen - in jeder Ausprägung - zu den gefährdeten Biotoptypen, in der unbefestigten, vegetationsarmen Ausprägung werden sie als „von vollständiger Vernichtung bedroht – Gefährdungskategorie 1“ eingestuft.

Ein besonders wertvoller Hohlweg ist das Naturdenkmal „Lösshohlweg mit Feldgehölzen östlich von Nettesheim - Butzheim“. Dieser Weg ist rund 1.700 m lang und bis zu 8 m tief eingeschnitten. Der Weg hat zurzeit einen V - förmigen Querschnitt und ist stark von Gehölzen verschattet. Das Haus der Natur führt an dem Hohlweg Bestandsaufnahmen durch, konzipiert ein barrierefreies Naturerleben, erstellt ein Pflege- und Entwicklungskonzept, um eine ökologisch sehr hochwertige Situation wiederherzustellen.

Lösswand

Projektpartner: Entomologischer Verein Krefeld, Rhein - Kreis Neuss, Gemeinde Rommerskirchen

Förderer: Landschaftsverband Rheinland